Beinverlängerung

Für Orthopäden und Chirurgen bedeutet die Ergänzung fehlender Knochen stets eine große Herausforderung. Patienten welche beispielsweise als Unfallfolge oder nach einer Krebserkrankung, einem Knochentumor oder auch nur aus ästhetischen Gründen verkürzte Beine verlängern lassen möchten, steht ein aufwändiger Eingriff bevor.

Angeborene oder erworbene Beinverkürzungen von mehr als zwei Zentimetern führen bei den Betroffenen sehr oft zu Beschwerden. Durch die unterschiedlich langen Beine kommt es zu einer Schiefstellung des Beckens. Als Folge kommt es zu einer Verkrümmung und einem frühzeitigen Verschleiß im Hüftbereich sowie der unteren Wirbelsäule, wodurch die Patienten teils unter starken Schmerzen leiden. Als Ausgleich können speziell orthopädisch angefertigte Schuhe oder Schuherhöhungen getragen werden. Insbesondere Betroffene, welche sich dennoch dadurch funktionell oder kosmetisch beeinträchtigt fühlen, bietet eine operative Beinverlängerung eine optimale Lösung.

 

Das Prinzip einer Beinverlängerung

Das Ziel einer Beinverlängerung ist grundsätzlich, unter Berücksichtigung der Körperproportionen und ohne Einschränkung der Funktion, die Beine zu verlängern. Die Wiederherstellung der Funktionalität und das Angleichen unterschiedlich langer Beine zählen bei Differenzen oder Fehlstellungen der Beine außerdem zu den Aufgaben des Chirurgen.

Das Prinzip einer Beinverlängerung ist sehr naheliegend und leicht verständlich zu erklären. Bei einem Knochenbruch im Bein, zum Beispiel durch einen Unfall, entsteht eine Lücke zwischen den Knochen. Der menschliche Körper erkennt, dass diese Lücke geschlossen werden muss. Es bildet sich an der Bruchstelle neues Knochenmaterial, welches medizinisch als Kallus bezeichnet wird.

Während dieser Zeit ist das Bein bekanntlich eingegipst. Nach einigen Wochen ist das Bein in der Regel wieder zusammen gewachsen. Dieser Vorgang ist auf die Selbstheilungskraft des menschlichen Körpers zurückzuführen und darauf basiert eine Beinverlängerung. In einer Operation wird der Ober- oder Unterschenkel durchtrennt und es entsteht die besagte Knochenlücke. Auch hier muss zur Knochenheilung die Lücke mit Kallus gefüllt werden. Bei einer Beinverlängerung wird jedoch die Lücke zunächst mit einem Fixateur oder Implantat gefüllt.

 

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