Behandlungsmethoden

Frühere Behandlungsmethoden einer Beinverlängerung

Bis zu Beginn der Neunziger Jahre war eine Beinverlängerung nur mit einem externen Fixateur durchführbar. Die metallischen Gestelle stützten bei dieser Methode den Knochen von außen. Hierbei umgibt ein Metallgestänge wie eine Art Käfig das betreffende Bein und stellt ein Gerüst für den Knochenaufbau dar.

Zu den häufigsten Komplikationen gehörten Hautverletzungen. Zur Vermeidung von Infektionen war es notwendig, täglich eine gründliche Reinigung und Desinfektion vorzunehmen. Zudem war es für die Patienten sehr unangenehm und mitunter sehr schmerzhaft den Fixateur zu tragen. Es gelang dennoch durch diese Behandlungsmethode Beinverlängerungen zu erreichen sowie Beinfehlstellungen auszugleichen.

Aufgrund der auftretenden Komplikationen durch externe Fixateure wurde im Bereich der Beinverlängerung nach anderen Alternativen gesucht. Entstanden ist dabei der so genannte Distraktionsmarknagel, welcher implantierbar, programmierbar und elektromotorisch ist und heute zu den gängigsten Methoden bei einer Beinverlängerung zählt. Somit können Probleme und Komplikationen wie Schmerzen, Infektionen, Bewegungseinschränkungen sowie Knochenverbiegungen vermieden werden.

 

Heutige Behandlungsmethoden bei einer Beinverlängerung

Die so genannten Marknagel, welche aus Titan oder Stahl bestehen, werden bereits seit vielen Jahren bei der Behandlung von Knochenbrüchen eingesetzt. Im Bereich der Beinverlängerung arbeiten in Deutschland nur wenige Chirurgen mit dem Marknagel oder ISKD Nagel. Bei einem Mark- oder ISKD Nagel handelt es sich um ein Implantat, welches in den Röhrenknochen von Oberschenkelknochen oder des Schienbeines implantiert werden kann.

Während einer Operation erfolgt eine Durchtrennung des zu verlängernden Knochens. Der bei dem Eingriff eingesetzte ISKD Nagel stabilisiert den Knochen. Durch den implantierten Mark- oder Verlängerungsnagel wird eine kontinuierliche Verlängerung erreicht. Durch gezielte Drehbewegungen wird ein so genannter Ratschenmechanismus ausgelöst. Der Abstand beider Knochen wird durch die regelmäßigen Bewegungen um einen Millimeter je Tag vergrößert. Die Verlängerungsstrecke, welche erreicht werden soll, wird direkt am ISKD Nagel eingestellt. Anhand eines Magnetsensors kann die exakte Position des Nagels überprüft werden. Die Muskeln, das Weichteilgewebe und die Haut passen sich langsam der Verlängerung an und dehnen sich in dieser Phase mit. Außerdem bildet sich Kallus, welches langfristig verknöchert. Es handelt sich bei dieser Methode um einen körperinternen und geschlossenen Vorgang. Mit dem Implantat können Beinverlängerungen bis zu zehn Zentimeter erreicht werden.

 

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